Miriam Schäfer

Viel O so Fisch

Vor einigen Tagen schob ich meinem Vater nach langer Pause wieder einige meiner Texte unter. Ich weiß gar nicht, warum ich sie ihm nicht wie sonst gleich nach ihrer Entstehung vorgelegt habe, in jedem Fall waren es diesmal gleich drei Kurzgeschichten auf einmal [den Fantasykram bekommt er selten, sonst muss ich mir wieder anhören, ich würde meinen Intellekt vergeuden *g*].
In jedem Fall fand er die eine Geschichte verstörend [- yeah, das sollte sie sein, hat also doch funktioniert ^^] und insgesamt urteilte er, er fände die Geschichten sprachlich und semantisch gut, thematisch jedoch etwas bedenklich:
„Das ist ja alles so ein Todessehnsuchtszeug.“

Öhm? Wirkt das so? Hm. Ich war überrascht, bzw., bin es noch immer. Ich meine, ja, in gewisser Weise ist es korrekt, jede dieser Geschichten hat auf ihre Art mit dem Tod zu tun, aber Todessehnsucht?
Wir wurden leider unterbrochen und konnten nicht ausführlicher darüber sprechen, aber mich beschäftigt es seitdem.

Ich bin keine gute Kurzgeschichtenschreiberin oder zumindest bin ich nicht gut darin, mir eine Geschichte auszudenken, die sowohl kurz und knapp ist und trotzdem eine gewisse Aussagekraft besitzt. Kurzgeschichten, die „nur kurze Geschichten“ sind, gibt es zu Hauf, das ist nicht so meins. Und mir fallen nicht genügend Dinge ein, die ohne Raum für Entwicklung eine gewisse Tragweite umfassen. Aber der Tod? Was könnte bedeutungsvoller sein als der Tod? Denn was, wenn nicht der Tod gibt unserem Leben DIE Bedeutung schlechthin. Was wäre unser Leben, wenn es endlos wäre? Ware es dann nicht mehr bloß schieres Dasein statt echtes Leben? Die Endlichkeit ist doch letztendlich das, was allen Kleinigkeiten, die uns im Leben begegnen, ihren Sinn verleihen?

Ich habe keine Todessehnsucht, aber ich habe auch keine Angst vor dem Tod. Er gehört dazu, wie sonst könnte es Leben geben? Wovor ich mehr Angst habe, ist, alleine zu Leben. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, trauert man dann wirklich um seinen Tod oder nur darüber, dass man allein und ohne ihn zurückbleibt? Selbstverständlich ist der Tod eines jungen Menschen da noch anders gelagert, da steckt so eine gewisse Sinnlosigkeit drin, aber wenn ein alter oder ein sehr kranker Mensch stirbt … muss ich dann diese Tatsache betrauern? Ist es nicht schlicht der Lauf der Dinge? Kann ich mich nicht freuen über die Dinge, die waren? Und doch trauere ich, trauere, weil eben dieser Mensch nicht mehr für mich/seine Freunde/Familie da sein kann. Man trauert mit diesen Menschen und über ihren Verlust, das Verlassenwerden. Aber doch nicht wirklich über die Tatsache, dass ein Mensch seinen Frieden gefunden hat? Oder? Kann man da überhaupt eine Grenze ziehen? Oder bin ich einfach unsensibel?

*hm*
Eigentlch wollte ich nur klar machen, dass ich weder für mich noch jemanden anderen den Tod herbeisehne … Auch wenn ich viel über den Tod schreibe.

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