Julie & Julia [2010]

Julie & Julia - PlakatEs gibt Filme, die ich mir immer wieder ansehen kann. Filme, die vielleicht keinen besonderen Anspruch haben, keine außergewöhnliche Geschichte erzählen, an denen auf den ersten Blick wirklich nichts Besonderes dran ist. Und doch sieht man sich diese Filme eben immer wieder an. Weil sie einfach Spaß machen, bezaubern, ein „alles ist gut“ Gefühl vermitteln oder glücklich machen. Und genauso geht es mir mit „Julie & Julia“.

Aufmerksam wurde ich auf den Film durch einen Trailer. Eine junge Autorin steckt in einer Schaffenskrise und beschließt innerhalb eines Jahres alle Rezepte ihres Lieblingskochbuches nachzukochen und darüber zu bloggen. Autorin, kochen, bloggen? Muss ich sehen!

Julie Powell steht kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag, als ihre erfolgreichen Freundinnen ihr unsanft vermitteln, dass sie sie als Loser sehen, weil sie im Gegensatz zu ihnen keine Bilderbuchkarriere hingelegt hat, ihr Roman halbfertig in einer Schublade verstaubt und sie als Telefonistin für die Stadt arbeitet. Deprimiert überlegt sie, daran etwas zu ändern, etwas auf die Beine zu stellen und es diesmal auch zuende zu bringen. Gemeinsam mit ihrem Mann entwickelt sie die Idee einen Blog zu eröffnen, in dem sie davon erzählen will, wie sie sich innerhalb eines Jahres durch Julia Childs Erfolgskochbuch kocht.
Während Julie sich der Herausforderung stellt, erlebt der Zuschauer gleichzeitig in Rückblicken mit Julia Child, wie es dazu kam, dass die einst im Kochen unbegabte Amerikanerin an einem französischen Profikochkurs in Paris teilnahm und später Autorin von „Meistern der Französischen Kochkunst“ wurde.

Bei „Julie & Julia“ handelt es sich um eine, bzw. um zwei wahre Geschichten. Im Gegesatz zum gleichnamigen Roman, in dem das Augenmerk auf Julie liegt, wird im Film die Geschichte von Julia Child ausführlicher hervorgearbeitet. Was durchaus von Vorteil ist, denn es ist die fesselndere der beiden Geschichten. Julia, zu groß, zu laut, zu schrill und zu wenig angepasst wird meisterhaft von Meryl Streep verkörpert. Sie strahlt eine unbändige Lebensfreude aus, eine positive Energie, die mitreißt und keinen Platz für negative Gedanken, auch nicht nach Rückschlägen lässt. Herrlich! Ihre deutsche Synchronstimme wirkt allerdings dann und wann ein bisschen „drüber“, was die Figur beinahe wie eine Parodie von sich selbst wirken lässt. Ich möchte den Film noch einmal im O-Ton sehen in der Hoffnung, dort wirkt es etwas natürlicher.

Julie, gespielt von Amy Adams, ist niedlich, schnell begeistert oder abgrundtief verzweifelt, einfach rundum sympathisch. Man leidet mit ihr in den kleinen und größeren Katastrophen, freut sich mit ihr über jeden Fortschritt und beneidet vorallem ihren Ehemann über die leckeren Sachen, die dort auf den Tisch kommen. *yummie*

Der Film ist rundum gelungen. Wie Eingangs erwähnt reißt einen die Story nicht vom Hocker, aber die beiden Leben sind so vollkommen abgerundet dargestellt, dass es einfach unglaublichen Spaß macht zuzusehen.
Ein klein wenig zwiegespalten hat mich das Ende. Einerseits habe ich mich gefreut, dass es kein kitschiges Zwangs Happy End gab, andererseits war der ein oder andere Aspekt etwas unglücklich. Aber es ist ja schließlich eine wahre Geschichte.

Mein Fazit:
Ganz objektiv betrachtet wäre es wohl eher ein vier denn fünf Mogry-Film, aber der *Hach* Faktor ist so groß, dass sich über kleinere Schwächen leicht hinwegsehen lässt. Insgesamt ein lecker leichtes Filmvergnügen, jedoch nichts für leere Mägen. ;)

8 Responses to Julie & Julia [2010]

  1. Benji sagt:

    Hab den Film auch letztens mit meiner Freundin gesehen und war erschrocken das ich bis zum Ende wach geblieben bin. Normalerweiße packt es mit bei solchen Genres nach 30 Minuten aufs Ohr – aber die Art und Weiße wie die Geschichten erzählt wurden fesselt einem nun doch. Rundum gelungen und unterhaltsam!

    Meryl Streep gehört nach Der Teufel trägt Prada (den ich auch sehr gut finde) und Die Glaubensfrage zu meinen persönlichen „Top Acts“.

  2. Mi sagt:

    Die hab ich leider beide noch nicht gesehen. Aber wenn Du wach geblieben bist muss das wirklich was bedeuten, ich erinnere mich da an Hero :D ;)

  3. Benji sagt:

    Ich glaub das darf ich mir bis ans ende meines lebens anhören oder? ;) Hero ist halt … Hero … wer ihn schafft zu ende zu gucken ist ein Hero ;)

    Aber die beiden Filme kann ich ruhigem Gewissens empfehlen. :)

  4. Mi sagt:

    Das wird noch auf Deinem Grabstein stehen :mrgreen:
    „Die Glaubensfrage“ hat mich eh interessiert, unter dem anderen konnte ich mir bislang nie viel vorstellen, aber wenn Du sagst, er macht Spaß, dann werd ich mal zusehen, dass auch der meinen Weg kreuzen wird. Wobei ich grad noch sooviel Ungesehenes hier habe -.- Leider alles Filme die den Schatz eher nicht interessieren, von daher brauch ich Lust allein zu gucken. Und die fehlt mir atm meist :roll:

  5. Benji sagt:

    Teufel trägt Prada ist halt nen Modefilm und spiegelt die Wunderbare Welt der Modedesigner wieder. Meryl spielt in dem Film die Cheffin eines Zeitungsveralges und hat dementsprechend eine sehr dominante Rolle. Als zweite Hauptperson kommt eine schüchterne Dame ins Spiel die ihre zweite sekretärin wird.

    Der Film spiegelt dann mehrere Sachen wieder, zum einen die Modewelt und dessen kurzweiligkeit, zum anderen wie schnell ein Mensch sich formen lässt.
    Untermalert durch eine Menge an Humor und stimmiger Musik.

    ~~~

    Filme/Serien die nur einen Interessieren gucken wir im Fenstermodus, nebem wird gespielt o.Ä. so machen wir zwei sachen auf einmal :D wir schaffen mehr in der gleichen Zeit :D

  6. Mi sagt:

    *lach* neee das kann ich ja gar nicht mehr. Ich hab maximal Konzentration für eine Sache übrig. Wenn überhaupt :roll: :D Aber den Film merk ich mir mal vor :)

  7. Xell sagt:

    Den mag ich auch ^^ Alles Psychopathen :D Meryl Streep ist grandios!
    Die Synchronstimme ist vermutlich sehr nah am Original, hatte mich auch zuerst gewundert, ob der nachsynchronisiert wurde… aber es passt irgendwie, auch wenns viel zu viel ist xD
    Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber mir hats auf jeden FAll sehr viel Spaß gemacht, diesen Film zu sehn. Meryl ist so witzig und die andere unfreiwillig auch :D

  8. Blackbenji sagt:

    Wir hatte gestern Abend „Wenn Liebe einfach wäre“ ebenfalls mit Merryl Streep geguckt.
    Ebenfalls sehr zu empfehlen! Lustig, sehr Unterhaltsam, zwar vorhersehbar – aber das macht überhaupt nichts! Hab immernoch leichte Bauchmuskelkrämpfe vom Lachen ^^

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