Miriam Schäfer

Miriam Schäfer

… wurde 1978 in Wuppertal geboren. Sie wuchs in Ronsdorf auf und absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Bibliotheksassistentin in Solingen. Sie studierte Neuere deutsche Literatur und Japanologie in Berlin und lebt heute mit ihrem Mann und dem gemeinsamen 8jährigen Sohn in Wuppertal.

Seit 2012 veröffentlichte sie mehrere Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien und arbeitet neben ihrer Tätigkeit in der Bibliothek an einem Fantasy-Roman.

2013 gewann sie mit „Hunger“ den Schreibwettbewerb des Berliner Büchertisches und erreichte mit „Die Yuki´hiyaku und das Licht“ den 3. Platz beim Deutschen Phantastik Preis.
2014 erhielt ihre Geschichte „Claire“ schließlich den Deutschen Phantastik Preis für die „Beste deutschsprachige Kurzgeschichte“.

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Und, wisst Ihr jetzt etwas über mich? Eigentlich nicht, oder?
Ich mag diese „Kurzvita“ nicht. Ich weiß allerdings auch nicht, was ich abgesehen von langweiligen 0815-Eckdaten hineinschreiben sollte. Doch wie sie interessanter würde, ganz ehrlich – dazu fällt mir nichts ein. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich es seltsam finde, mich selbst so zu katalogisieren. Oder selbst entscheiden zu müssen, was andere interessieren könnte. Ich halte mich nicht für besonders spannend.

Darum habe ich mir überlegt, hier ein paar Antworten auf die Fragen zu ergänzen, die mir nach Lesungen immer wieder gestellt werden – besonders, wenn ich vor Schülern lese. Vielleicht ist das nutzbringender. =)

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Was sind Deine Lieblingsbücher?
Dan Simmons – Hyperion & Endymion (Die beste Space-Opera! Habe ich hier und hier rezensiert, falls es jemanden interessiert)
Tad Williams – Das Verhängnis der Schwerter (hier)
Patrick Rothfuss – Kingkiller Chronicles (hier)

Außerdem fand ich Harry Potter einfach großartig, habe als Kind gern Michael Ende und Astrid Lindgren gelesen und hatte bereits mit 13 alles von Stephen King „durch“.
Ich liebe die Geschichte und die Welt des „Herrn der Ringe“, obwohl ich die Bücher nicht gern gelesen habe. Und Marion Zimmer Bradley mag ich gar nicht.

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Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Wohl vor allem durch das Lesen.
Ich habe schon früh viel gelesen. Ich glaube, ich hatte 2,3 Erstleser-Bücher, danach habe ich alles von Enid Blyton verschlungen (besonders die 5 Freunde und Dolly ). Es folgten Astrid Lindgren und Michael Ende, viele typische Mädchenbücher wie die von Brigitte Blobel und natürlich Pferdegeschichten. In der Bibliothek entdecke ich Wolfgang Hohlbein – und ich glaube, seine Bücher waren es, die mich letztendlich zum Schreiben brachten. Märchenmond, Midgard und Drachenfeuer öffneten Türen, die ich bis heute nicht wieder schließen konnte. Danach fraß ich mich wie eine Raupe quer durch die komplette Bibliothek und landete bei Stephen King. Ich erinnere mich, ich musste einen unterschriebenen Zettel von meinen Eltern mitbringen, der an meine Karteikarte geheftet wurde, und der mir erlaubte, seine Romane auszuleihen.
Und irgendwann hatte ich die Bibliothek durch und fand nichts mehr, was mich noch faszinierte. Tja und was bleibt dann übrig, als selbst zu schreiben, was man gern lesen würde? 😉

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Worüber schreibst Du am liebsten?
Das ist ganz unterschiedlich. Ich habe früher immer gesagt: „Ich schreibe Fantasy“. Wenn ich mir meine Roman-Projekte ansehe, stimmt das auch, dort tummeln sich vor allem Geschichten aus der High- und Urban-Fantasy, zwei dystopische All-Age-Geschichten, aber auch ein Jugendbuch.
Bei den Kurzgeschichten ist das nicht so leicht einzuordnen. Sie alle stammen aus den eher düsteren Winkeln der Phantastik. Ein paar sind der SciFi zuzuordnen, andere gehören mehr zur Kategorie der Grusel- oder Mysterygeschichten. Es ist fast alles dabei. Gemeinsam haben sie, dass sie meist ruhig erzählt sind und ihnen eine etwas traurige oder melancholische Grundstimmung innewohnt.
Ich mag es, wenn man über den Inhalt nachdenken muss und eine Geschichte auch beim wiederholten Lesen noch Offenbarungen bereithält. Das gelingt mir natürlich auch nicht immer, aber wenn, dann macht es mich glücklich ^_^

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Wann kommt Dein Buch raus?
Das weiß ich nicht. Meine Romane sind alle nicht fertig. Das magische Wort „Ende“ fehlt unter all meinen Manuskripten. Das Exposé für meine Kurzgeschichtensammlung liegt im Moment noch bei 3 Verlagen, wenn von denen keiner will, muss ich erstmal weitersuchen. Ein Angebot gab es zwar schon, aber da kamen wir bei den Details dann doch nicht zusammen…

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Warum bist Du nie auf Cons und Messen?
Nie stimmt ja gar nicht! Aber selten, ja. Zum einen liegt das daran, dass ich eine junge Familie habe und unter der Woche arbeite. Das Wochenende halte ich meist für meine Familie frei.
Dazu kommt – und das glaubt mir wieder keiner, der mich kennt: Ich bin Fremden gegenüber schrecklich schüchtern. Ich brauche eine Weile, um mit anderen warm zu werden. Ich weiß nie, was ich sagen soll und beim Versuch nicht nur zu schweigen, sage ich oft – wie ich finde – Blödsinn, der mich nicht selten in tiefe Sinnkrisen stürzt. Ich kann noch heute Situationen von vor Jahren benennen, bei denen ich mich frage „Wieso hast Du das damals gesagt?!“.
Dazu verschrecken mich große Menschenmengen. Ich fühle mich so nicht wohl. Darum – wenn ich es wirklich wichtig ist, komme ich gern, vor allem wenn ich weiß, es sind auch Menschen dabei, die ich kenne und von denen ich nichts zu befürchten habe 😉

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Warum liest Du nie in xyz (z.B. München)?
Das ist mir zu weit weg. Wenn mich jemand einlädt und die Kosten übernimmt – jederzeit. Aber einfach so muss ich da leider erstmal passen. Aber das Interesse ehrt mich wirklich!! Danke ^_^

Das waren natürlich längst nicht alle Fragen, aber die, die mir spontan eingefallen sind. Wenn Ihr etwas ergänzt haben wollt. Schreibt mir!