Mit ‘Träume’ getaggte Artikel

Traum

Dienstag, 10. November 2009

„Wo sind wir?“
„Das ist mein altes Kinderzimmer.“, höre ich meine eigene Stimme krächzen.
„Surreal.“, sagt Martin.
Ich nicke und weiß gleichzeitig, dass er davon nichts mitbekommt. Denn Martin starrt wie ich mit weit aufgerissenen Augen aus dem Fenster. Das weiß ich, ohne ihn anzusehen. Vermutlich weiß auch er um mein stummes Nicken.

Die Bezeichnung „Surreal“ trifft diesen Moment zu einhundertzehn Prozent.

Martin, mein Kollege aus dem Krankenhaus, und ich sitzen in unserer Arbeitskleidung, den blauen Arztklamotten, Schulter an Schuler auf meinem alten Bett, in meinem alten Kinderzimmer. An der Wand klebt übertrieben bunte Tapete, bedeckt mit den Postern meines Teenie-Schwarms. Ein Kleiderschrank übersäht mit bunten Aufklebern steht in einer Ecke, Stofftiere, getragene Kleidung und zerlesene BRAVO-Zeitschriften liegen auf dem Teppich verstreut. Ich weiß all das, ohne es angesehen zu haben. Dies ist mein Kinderzimmer, so wie es vor etwa 25 Jahren ausgesehen hat. Und hier sitze ich mit Martin und starre unentwegt aus dem Fenster.

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Sterne

Sonntag, 06. Februar 2005

sterne funkeln in der dunkelheit
die umarmung des sanften kühlen windes
erinnert mich an deine arme und deinen atmen
in meinem nacken
komm, lass uns gemeinsam gehen
gemeinsam durch die nacht
hier gibt es nur uns
und die sterne

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Hast Du den Mond gesehen

Freitag, 21. Januar 2005

Hast Du den Mond gesehen, heut Nacht?
Der Wind drückt gegen die Fenster, die Bäume beugen sich ihm. Wolken peitschen über den dunklen Himmel, fliegen vorbei an ihm, dem Mond, der mir ihre Schatten aufs Gesicht wirft. Groß und hell und leuchtend und klar. Nicht voll, nur beinahe. Magisch, seine Anziehungskraft. Ewig könnte ich da stehen und ihn betrachten.

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ein dunkler raum

Dienstag, 27. Juli 2004

ein dunkler raum
keine fenster
keine türen
kein licht
niemals

einsam und verlassen
still
doch voller hoffnung wartend
der leere raum

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Das Buch der Träume – Kap.1 / Pt.2

Dienstag, 30. März 2004

Was zuvor geschah…

In einer großräumigen Box, der letzten im Stall, standen tatsächlich zwei fertig gesattelte Tiere, deren Zügel ihr Landor jetzt in die Hand drückte.
“Entschuldige Erin, ich…” begann der alte Stallmeister eine Entschuldigung. Doch Erin legte ihm schlicht die freie Hand auf den Oberarm und schüttelte den Kopf.
“Ist schon gut, ich weiß ja, was für eine Furie sie sein kann… Immerhin hast Du sie es nicht selbst machen lassen!”
Sie hörte Landor noch lachen, als sie bereits die Pferde ins Freie führte. Es stimmte, etwas abstruseres als die Vorstellung, Valrie im Stall mit Zaumzeugen hantieren zu sehen, gab es kaum.

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Das Buch der Träume – Kap.1 / Pt.1

Dienstag, 30. März 2004

Was zuvor geschah…

Kapitel I – Unheilvolle Träume

“Elbenkind!” säuselte die Stimme sanft und verlockend. Unmöglich, dem Sprecher Geschlecht oder gar Alter zuzuordnen. Zeitlos und körperlos, sanft und zugleich fordernd zerrte die Stimme an ihrem Geist, riss sie immer tiefer in ihren Traum hinab und schlug sie in ihren Bann. Ein Entkommen war aussichtslos, selbst wenn sie es gewollt hätte.
“Elbenkind!” hallte es in ihren Gedanken. Rau und ein wenig heiser, doch ohne abstoßend oder aufdringlich zu wirken, erschlich sich die Stimme Vertrauen, unendliches Vertrauen. Sie gäbe ihr Leben um diesem Ruf folgen zu können, ihn nie wieder verstummen zu lassen, wenngleich er nicht für sie bestimmt war; nicht an sie gerichtet sein konnte.

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Das Buch der Träume – Prolog / Pt.2

Montag, 17. November 2003

Was zuvor geschah…

“Genau vermag ich es auch noch nicht zu sagen. Aber bitte, lies das.” Aganor hielt ihm das zuvor entfaltete Pergament entgegen, und beobachtete, wie Mikus´ Augen im schwachen Schein der einzigen Kerze gierig über die Buchstaben huschten, immer langsamer wurden und sich sein Gesicht in nicht zu übersehender Enttäuschung verzog, bis er das Lesen letztendlich abbrach und das Blatt sinken ließ.
“Aganor, diesen Text kennt jedes Kind! Ein altes Lied über den Ersten Krieg, den Ihr für uns entschieden habt, indem Ihr die Elben zu unser aller Rettung holtet.” Sogar die Stimme seines Tan konnte dessen Enttäuschung nicht verbergen. “Ich möchte nicht undankbar erscheinen, aber wollt Ihr mich mit einer unnützen Aufgabe prüfen, damit Ihr mich möglichst schnell aus dem Weg habt, wenn die neuen Schüler eintreffen?”

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Das Buch der Träume – Prolog / Pt.1

Montag, 17. November 2003

Prolog – Schatten der Vergangenheit

Im flackernden Schein einer halb heruntergebrannten Kerze schritt Aganor rastlos in seiner Kammer auf und ab und zupfte immer wieder nervös an den verbliebenen Strähnen seines langen schütteren Haares. Seine müden Schritte erzeugten auf dem staubigen Steinboden gleichmäßig schlurfende Geräusche, die als einzige die Stille der Nacht durchbrachen. Alles um ihn herum lag in tiefem, wohlverdienten Schlaf, doch sein Geist fand heute keine Ruhe.
Immer wieder fragte er sich, wie es sein konnte, dass er etwas derart wichtiges so viele Jahre nicht bemerkt hatte? Wie blind war er gewesen? Niemand kannte die Bücher besser als er, niemand. Und was diese Geschichte anbelangte, nun, wer als die Hauptperson selbst, sollte besser darüber bescheid wissen? Wie also hatte er es übersehen können? Hatte er es nicht wahrhaben wollen? Es absichtlich überlesen, es ignoriert?

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