Der japanische Verlobte – Amélie Nothomb
Mittwoch, 02. November 2011
In diesem teilweise autobiographischen Roman erzählt die in Japan als belgische Diplomatentochter aufgewachsene Amélie Nothomb in kurzen, meist heiteren, Anekdoten von der Zeit, als sie im Alter von 21 Jahren nach Japan zurückkehrte, um dort in einem Konzern zu arbeiten.
Bevor es jedoch dazu kommt, lernt sie den jungen Rinri kennen, dem sie Nachhilfe in Französisch geben möchte, um ihrerseits ihr Japanisch aufzubessern. Sie stolpert nach und nach in eine Beziehung mit ihm, die erst spielerisch leicht und nur von Sprachbarrieren her schwierig ist, sich später aber als sehr herzlich und innig entpuppt und trotzdem immer öfter an den kulturellen Unterschieden zu kranken scheint. So möchte Amélie einerseits nichts sehnlicher, als eine richtige Japanerin sein, stößt jedoch regelmäßig an die Grenzen zeremonieller Abläufe der japanischen Kultur. Und Rinri, der scheinbar unjapanischste aller Japaner, der gern allein reist, niemals Fotos macht und am liebsten jeden Tag Spaghetti essen würde, hält sich ganz unbewusst an all die Regeln, die Kultur und Familie ihm beigebracht haben.


Ursprünglich habe ich den Film nur seines Japanhintergrundes wegen sehen wollen, mit Doris Dörrie konnte ich nicht viel anfangen, und überhaupt, man erwartet ja nicht allzuviel vom deutschen Film… Dieser jedoch hat sich zu einem meiner Lieblingsfilme gemausert!
Dies kleine Büchlein bekam ich zum Geburtstag geschenkt und habe es noch am gleichen Tag gelesen. Eigentlich wollte ich nur mal “hineinschmökern” aber die knapp 130 Seiten sind in 65 so kurze Kapitel unterteilt, dass nach 1,2 Stunden einfach alles vorbei ist. Fix gings.
