Ja, irgendwie ist es gerade einfach schön. Natürlich gibts immer zu mäkeln. Dies könnte, jenes sollte und überhaupt wäre es ja viel besser wenn.
Aber eigentlich… Nö. Irgendwie ist es gerade einfach schön. ^^
Simon fängt zwar gerade sehr schnell an zu schimpfen, wenn ihm etwas nicht passt und vollzieht dies dann ebenso ausdauernd wie inbrünstig, aber den Rest der Zeit ist er sooo verspielt! Er plappert wie ein Wasserfall vor sich hin, reicht uns sein Spielzeug und lacht sich scheckig, wenn er dann doch nicht loslässt, möchte, dass wir von seinem Zwieback abbeißen und freut sich, wenn wir es wirklich machen, krabbelt schnell und kieksend durch die Wohnung und möchte gefangen werden, schüttelt wild den Kopf, wenn er möchte, dass wir ihn schwindelig machen [mit ihm auf dem Arm im Kreis drehen] und überhaupt… er lacht soviel, er spielt, er strahlt. Eine wahre Wonne!
der Welt, auch nicht aus Fallout 3, kann so strahlen, wie ich seit ein paar Stunden strahle. *lalala* Ich verrat noch nicht wieso, aber Du, ja, genau DU bist daran schuld! *drückundumärmel* ^^
… das fehlt mir. Du fehlst mir! Doch ich weiß einfach nicht ob wirklich Du, oder der Mensch, der Du für mich warst.
Ich frage mich, ob ich Dich je wirklich gekannt habe.
Ob irgendjemand von uns Dich wirklich gekannt hat.
Noch immer frage ich mich das. Nicht täglich, aber regelmäßig. Frage mich, was während der Zeiten war, in denen Du einfach weg gewesen bist. Wo Du warst. Warum Du Dich dann nie gemeldet hast. Ob das, was Du später erzählt hast alles so der Wahrheit entsprach. Wie es zu diesen vielen verschiedenen Versionen kam. Zu diesen dramatischen Ereignissen, die sich später als harmlos entpuppten. Oh, wie sehr habe ich mit Dir gelitten und war dann erleichtert, als alles wieder in Ordnung gewesen ist. Wie sehr habe ich mir gewünscht, Dir helfen zu können. Wie ratlos sitze ich noch immer hier und frage mich, was echt war und was nicht.
6.oo Uhr. Mein Wecker klingelt. Der Regen geht in Sturzbächen nieder, so, wie er es nur in Wuppertal kann. Und im Regenwald vielleicht. Egal, wir heiraten heute.
So wie ich damals vor meiner Führerscheinprüfung von menschenfresenden Autos geträumt habe, habe ich diese Nacht von einer grausam verpatzten Hochzeit voller Missgeschicke und einem flüchtenden Bräutigam geträumt. Dementsprechend wenig Schlaf habe ich bekommen und genauso fühle ich mich. Aber egal, wir heiraten schließlich heute.
Kaum aus der Dusche, meldet sich Simon lautstark schreiend aus seinem Zimmer. Seine Aufstehzeit ist erst in 30 Minuten, also versuche ich ihn zu vertrösten und trinke lieber erstmal einen Cappucchino. Natürlich ist unsere Gästin wach und hat auch kaum bis gar nicht geschlafen. Das frühe Geschrei tut mir doppelt leid. Aber egal, wir heiraten nämlich heute.
* Donnerstag ist die Beerdigung. Ich soll etwas nennen, was der Prediger dann über sie sagen kann. Nö. Das ist privat, gehört mir allein.
Ob ich denn nichts zu sagen hätte? Muss man das? Muss jemand Fremdes etwas Privates über sie sagen können? Nein. Muss ich mir auch noch absichtlich bei der Beerdigung, die ohnehin nicht leicht wird, schmerzliche Erinnerungen hervorrufen lassen. Nein. Muss ich ganz bestimmt nicht. Mir egal, wenn man mich mal wieder für ignorant hält. Ich sage gar nichts. ich weiß was ich fühle. Und alle anderen, die sie kennen kannten, die mich kennen, sollten das auch so wissen, Herr Papa…
Ein Hoch auf Jack’s Ice-Cream fantasies! Der Premium Chocolate-Shock ist einfach grandios lecker. Soo schokoladig! Streichelt die Seele. Sogar besser als Häagen-Dazs Vanilla Caramel Brownie. Ja, ich weiß, die Dicke jammert, weil sie so dick und hässlich ist, und nun stopft sie sich mit Eis voll.
Hilft aber. Und muss auch sein. Denn seit eben weiß ich nichtmal mehr, ob meine beste Freundin zur Hochzeit kommen kann.
Dagegen sieht selbst Simons Durchfall blass aus.
Da da da da da!!! Das Seppelchen, das Seppelchen! *rumhüpf*
So lang her, so ewig nichts von gehört, so viel gequatscht früher, soviel gelacht…! TOLL! Der Tag heute kann nur gut werden, wenn er bereits so beginnt! Juchu!
Es regnet in Strömen. Irgendwie scheinen die Tropfen die Geräusche von draußen zu dämpfen, es ist außergewöhnlich still heute.
Nur der Regen rauscht und der kleine Schatz auf meinem Schoß sagt leise “heeej” und “maaamam”, während er an meinem T-Shirt lutscht und sich an mich kuschelt.
In dieser Stimmung stolpere ich über eine 3 Jahre alte Email.
Sie bringt mich noch heute zum Weinen, auch wenn Du es nie wirklich wahr gemacht hast.
Ich habe immer gesagt, dass ich ein Mensch mit wenig Freunden bin. Viele Bekannte, wenig wahre Freunde.
Und obwohl ich das Prädikat “Freund” nur sehr selten und nach gewissenhafter Prüfung vergeben habe, sind von diesen wahren Freunden sehr wenige übrig geblieben. Vorallem wenige, die noch in greifbarer Nähe leben.