Simon und das Sandmännchen

11. August 2008, 09:58 von Mi, in Simon mit

Ich versteh es nicht, ehrlich.
Erst wollte Simon gar nicht mehr schlafen. Nicht vormittags, nicht mittags, nicht nachmittags und abends erst recht nicht, nichtmal beim/nach dem Stillen. Nachts schlief er nach viieel Geschrei vor lauter Erschöpfung irgendwann ein, und wir hatten wenigstens relativ ruhige Nächte mit 6-7 Stunden Schlaf, ohne größere Unterbrechnungen. Da die Tage aber sooo anstrengend waren wußte ich teilweise echt nicht weiter und hab mich oft gefragt, ob ich irgendwas falsch mache, nicht lieb genug zu Simon bin, ihm irgendetwas fehlt, obwohl der Tag nunmal nur 24 Stunden hat, in denen ich ihn knuddeln kann…

Dann hat er sich langsam dran gewöhnt zumindest nach seinen Breimahlzeiten auf meinem Arm einzuschlafen, wenn ich ihm etwas vorsinge und ihn leicht hin und her wiege. Mit Glück waren das zwei mal zwanzig Minuten Schlaf am Tag für ihn, und zwei mal zwanzig Minuten Ruhe für mich. Noch immer nicht viel, aber ein Anfang.

Langsam aber sicher konnten wir dazu übergehen, ihn vom Arm in sein Kinderbettchen zu legen, bis er seit etwa einer Woche tagsüber auch dort einschläft, zumindest, wenn man bei ihm bleibt, ihn krault und ihm etwas vorsummt. Wirklich länger wurden seine Schlafphasen dadurch nicht, aber für uns war es ein Schritt in die richtige Richtung. Unser Kind! Fast allein einschlafend im Kinderbett! Hossa! ^^

Seit 3 Tagen scheint nun der aktuelle SchreiWachstumsschub halbwegs überstanden zu sein und Simon hat für seine Verhältnisse viel geschlafen! Vormittags ein Stündchen, mittags sogar zwei, abends nochmal eins… Toll!
Allerdings brauchte unser Kleiner wohl einen Ausgleich, denn, je mehr Schlaf am Tage, desto weniger in der Nacht. Folglich waren wieder mehrere Stunden Geschrei zu unserer Schlafenszeit einzuplanen, was ungemütliche Couchschlafstunden und für mich wenig Erholung bedeutet, da ich mich ja tagsüber nicht mehr mit ihm hinlege und auf den Nachtschlaf angewiesen bin…
Letzte Nacht hats mir gereicht. Nachdem er eine Stunde im Bett und noch eine Stunde im Wohnzmmer gebrüllt hat und wiedermal durch nichts endgültig zu beruhigen war, er sich im Gegenteil sogar absichtlich wieder wachgeschrieen hat, wenn ihm die Äuglein zufielen, hab ich ihn irgendwann wutentbrannt in sein Kinderbett gepackt, ihm gesagt, dass es mir nun egal ist, wenn er schreit [jaja… :roll: ] und bin gegangen.
Stille.

Immer noch Stille.

Ich bin dann mal nachsehen gegangen und… da liegt er seelig in seinem Bettchen und pennt?! DAS wollte er? In seinem Bett schlafen, nicht bei uns? Wieso hat er das nicht gleich gesagt? :D

Meine erste Freude darüber, nun selbst in Ruhe schlummern zu können ist dennoch bald wieder gewichen: Ich war über die Stille nämlich so beunruhigt, dass ich alle 10 Minuten zu Simon rüber musste um nachzusehen, ob er noch atmet… :roll: Wieder eine unausgeschlafene Mama. ;)

Aber ein bisschen hege ich nun die Hoffnung, dass sich Simons Wachzeiten langsam normalisieren. Ich bin ja nicht anspruchsvoll, ich brauche es ja gar nicht, dass er 15-20 Stunden des Tages verschläft [auch wenn ich sehr neidisch auf die Mamas bin, die das Leben mit Säugling sogar langweilig finden, weil das Baby ja immer nur schläft oder gefüttert werden will, und sie vor lauter Zeit gar nicht mehr wissen, was sie noch anstellen können], aber mal 3-4 Stunden zu haben, in denen er nicht von mir beschäftigt werden möchte, nicht weint, und ich mir auch nicht überlegen muss, wie ich ihn am besten ablenke, um weigstens ein bisschen was für mich [ab und zu essen/duschen] oder die Wohnung [mindestens mal spülen/Bad saubermachen] machen zu können, das erscheint mir paradisisch!

Vielleicht ist sie nun vorbei, die Zeit der permanenten Erschöpfung. Vielleicht sagt der Schatz mir bald nicht mehr, dass ich oft so traurig aussehe. Vielleicht kann ich das bald alles noch mehr genießen, ohne mir zwischendurch zu wünschen, dass mir das Gebrüll egal wäre, ohne mich zu fragen, was ich denn falsch gemacht habe…
Ja, vielleicht hat das Sandmännchen ab jetzt genügend Sand in seinem Beutel wenn es zu uns kommt, und Simon muss sich nicht mehr mit einer Portion für “kleine Babys” begnügen.
Oh, ich hoffe es ja so…!


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2 Reaktionen zu “Simon und das Sandmännchen”

  1. mujerfuriosa

    ach wie toll. und was für ein meilenstein. wahrscheinlich merken sie, wenn es der mama wirklich ernst mit etwas ist, wenn man wirklich nicht mehr mag.
    ganz toll.
    ich hoffe das bleibt so.
    - ich hätte das auch sooo gern ;)

  2. agichan

    Ich drücke dir dolle die Daumen, dass es auch so bleibt. Und wieder einmal merke ich, dass ich wem-auch-immer für meine unkomplizierte Tochter danken muss.
    Simon, du schaffst das! Du bist auf einem gutem Wege! Und überleg mal wie deine Mama künftig im Spielen mit dir aufgehen könnte, wenn du ihr ab und an Verschanufpausen gönnst! :)

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