The Dark Knight Rises [2012]

The Dark Knight Rises - PlakatNachdem Batman die Schuld an Harvey Dents Tod auf sich nahm, herrschte acht Jahre Frieden in Gotham. Acht Jahre, die aus der einst (von mir so geliebten) düsteren Kulisse ein „ganz normales“ NYC machte, eine Stadt, die ihre Unterwelt besiegte, keinen Platz für Verbrecher lässt und die Batmans Hilfe nicht mehr benötigt.
Bruce Wayne (Christian Bale) lebt verborgen auf seinem Anwesen und hat den Kontakt zur Aussenwelt auf seinen Freund und Butler Alfred reduziert. Das ändert sich, als Diebin Selina Kyle (Anne Hathaway) ihn seiner Fingerabdrücke und eines Erbstückes beraubt. Wozu stielt jemand Fingerabdrücke? Die Suche nach einer Antwort nötigt Mr. Wayne zurück in die Öffentlichkeit und bald wird klar, dass auch die Aufgabe seines „einflussreichen Freundes“ noch nicht beendet ist…

Meine Erwartungen an den Abschluss von Christopher Nolans Batman-Trilogie waren sehr hoch. „Batman Begins“ ist für mich nach wie vor einer der besten Filme überhaupt, und auch „The Dark Knight“ war grandios, erliegt im direkten Vergleich zu Teil 1 jedoch meiner Vorliebe für „mehr Story, weniger Action“ 😉 Alles in allem muss ich gestehen, dass diese Erwartungen nicht erfüllt wurden.
The Dark Knight Rises ist ein guter Film, der mich unterhalten hat. Aber er hat mich nicht umgehauen. Zwar bildet die Handlung des Films einen wunderbaren Rahmen, greift die Geschichte aus dem ersten Teil auf und strickt die Entwicklungen aus dem Zweiten weiter, doch ist all dies einfach viel zu viel, um würdig zu einem Ende gebracht zu werden. Ich liebe storylastige Filme, wirklich! Aber dann muss auch konsequent zu Ende erzählt werden. Hier wurden tausend Dinge angerissen, oberflächlich dargestellt oder so spät erwähnt, so dass ihre Wirkung sinnlos verpuffte. Was hätte man aus einem Bane machen können, wenn von vornherein klar gewesen wäre, was ihn antreibt? Einen rasenden Leibwächter, einen nicht zu stoppenden Berserker. In jedem Fall mehr als einen statischen Muskelberg.
Doch nicht nur die Handlung bleibt seltsam flach. Auch viele Dialoge klingen wie aus einem schlechten Groschenroman. Immer wieder erweckten die Sätze Erwartungen nach einem Konter oder einer tiefgehenden Antwort, doch es folgen schlicht belanglose Platitüden.
Bane: “Batman! Du bist also gekommen, um mit Deiner Stadt zu sterben?”
Batman: “Nein! Ich bin gekommen, um Dich aufzuhalten!”
Äääähm. Ja. Uuuhhhhh. Da hofft man doch, Batmans körperliche Schlagfertigkeit hat nicht ebenso gelitten…

Nichts destotrotz – Christian Bale ist nach wie vor der beste Batman überhaupt, auch wenn er diesmal weniger real und plastisch für mich war, als in den beiden Vorgängern. Während ich Bruce Wayne in der ersten Filmhälfte seine Trauer, seine Einsamkeit und Resignation abkaufe, suche ich in der zweiten Hälfte verzweifelt nach dem „gebrochenen Mann“, der da irgendwo sein soll. Nun ja.
Batmans direkter Gegenspieler Bane (Tom Hardy) war für mich eine herbe Enttäuschung. Eventuell wirds besser, wenn ich mir den Film nochmal im O-Ton ansehe, aber Banes alberne deutsche Plastikstimme, mal dröhnend, mal theatralisch intonierend geht gar nicht. Bane ist im Film für mich nichts weiter als ein blöd klingender Fleischberg mit alberner Maske. Er wirkte auf mich nicht sonderlich bedrohlich, nicht wahnsinnig und auch sonst nicht wie ein würdiger Gegner Batmans. Er ist einfach nur groß, stark und etwas fies. Sein Hintergrund war viel zu schwach angerissen (oder kam wie gesagt einfach zu spät?), um ihn den rasenden Beschützer sein zu lassen, der er ist. Hier wurde sehr viel verschenkt, was eventuell aber auch an der statischen Maske liegt, die Hardys komplette Mimik verdeckt, und Bane somit wie eine emotionslose Wrestling-Puppe aussehen lässt.
Im Gegensatz dazu hat mir Catwoman Selina Kyle unglaublich gut gefallen! Weniger Chemie und Katze, einfach nur eine wahnsinnig geschickte sexy Diebin. Ihr Zwiespalt zwischen Egoismus und dem Bedürfnis anderen zu helfen, war toll mitanzusehen. Es war tatsächlich (fast) nie klar, welchen Weg sie einschlagen würde. Absolut gelungen!
Persönlich hätte ich mir mehr Auftritte von meinem Batman Favoriten Alfred gewünscht, aber man kann nicht alles haben. 😉 Michael Cain spielt wie gewohnt phantastisch, auch wenn mir sein „Rücktritt“ storytechnisch wenig plausibel war.
Gary Oldman als Detective Jim Gordon macht seine Sache gewohnt gut. Lucius Fox (Morgan Freeman) blieb mir diesmal leider eher schwach in Erinnerung.
Klasse wiederum fand ich den jungen (Jungen-)Polizisten Blake (Joseph Gordon-Lewitt). Es war zwar sehr schnell klar, welches Potenzial er birgt, doch waren sein Weg und sein Glaube an Batman spannend mitanzusehen. Vorallem wegen der tollen Chemie zwischen Blake und Batman hoffe ich sehr, dass Nolan nicht nur eine Batman-Trilogie geschaffen hat, sondern sich noch Ideen für ein paar weitere Abenteuer offengehalten hat…

Ein riesiger – wenn nicht gar der größte – Schwachpunkt war für mich Miranda Tates (Marion Cotillard) Monolog am Ende des Films. Ich möchte Geschichte erleben! Nicht wie in einem schlechten Action-B-Movie die Verstrickungen – am besten vom im Sterben liegenden Bösewicht – nachträglich erklärt bekommen.

Aber um noch etwas wirklich positives zu sagen, bleibt mir am Ende den wiedermal hervorragenden Soundtrack von Hans Zimmer zu loben. ♥ Bombastisch, absolut passend und mitreißend. Toll. War aber fast klar 😉

Fazit:
Insgesamt ein guter, unterhaltsamer Film, der für mich allerdings weit hinter seinen Möglichkeiten zurück blieb und nicht an die Qualität seiner beiden Vorgänger anknüpfen konnte. Ich trauere weiter der düsteren Kulisse hinter und hoffe trotzdem, dass dies nicht das letzte Mal war, dass wir von Nolans Batman samt seinem Robin gehört haben… ^^

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