Engel im Schnee [2007]

Engel im Schnee - PlakatTitel und Cover sprachen mich sofort an, weshalb ich mich blind an den Film herantraute. Die Geschichte entwickelt sich langsam aus drei unterschiedlichen Handlungssträngen zu einem komplexen Ganzen, in dessen Zentrum sich der fünfzehnjährige Schüler Arthur befindet.
Zuhause erlebt Arthur die Trennung seiner Eltern hautnah mit. In seinem Job in einem chinesischen Restaurant begegnet er täglich seinem ehemaligen Kindermädchen Annie, die sich nach ihrer gescheiterten Ehe als alleinerziehende Mutter durchschlägt. Und in der Schule findet er in der neuen Schülerin Lila seine erste Liebe.

Zuerst erscheinen all diese einzelnen Elemente wenig bedeutend, doch besonders die Geschichte von Annie [Kate Beckinsale], ihrer Tochter Tara und Exmann Glenn [Sam Rockwell] entpuppt sich als spannendes wie tragisches Drama. Während Glenn, seit einem wie durch ein Wunder missglückten Selbstmordversuch fanatischer Christ, alles versucht, sein Leben in geordnete Bahnen zu lenken, um Annie zurückzugewinnen, landet diese in einer Affäre mit dem Mann ihrer besten Freundin…

Der Film zeichnet sich durch seine ruhige Erzählweise aus. Gepaart mit dem verschneiten Kleinstadtsetting wirkt dies gleichermaßen verträumt wie trist. Jedes schöne Bild kann ein unschönes Geheimnis verbergen. Und umgekehrt.
Leider ließ mich der Film, obwohl ich ihn gerne angesehen habe, am Ende recht hoffnungslos, traurig und verwirrt zurück, weshalb ich nachträglich zum gleichnamigen Roman von Stewart O’Nan griff, der mich über die Hintergründe aufklärte. Und genau das ist der Schwachpunkt des Films: Er verpackt die Story zwar in eindrucksvolle und bewegende Bilder, vergisst aber leider, die Botschaft zu transportieren. Zumindest die titelgebenden Schneeengel hätte ich gerne dabei gehabt. Und ich hätte gern gespürt, wie sehr sich Arthur in all der Hoffnungslosigkeit an jeden Funken Glück klammert.

Mein Fazit:
Ein Tragödie in wunderschönen Bildern, der leider einige zentrale Momente aus der Buchvorlage fehlen, und den Zuschauer so leider etwas in der Luft hängen lassen. Trotzdem sehenswert.

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