Hikaris Dairy / Pt.1

15. August 2003, 14:16 von Mi, in Geschichten mit

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O-hayo Mina-San! Ich weiß ja nicht, ob irgendjemand mal zufällig über diese Geschichte stolpert, aber… Man, man, man… ich MUSSTE sie einfach aufschreiben. Ich weiß nicht, ob es jemanden interessiert oder so und ich weiß nicht, wem ich sie direkt erzählen kann. Aber ich hab das Gefühl sie loswerden zu müssen. Falls sich jemand dadurch belästigt fühlt: Gomen nasai! Aber… dann klickt doch einfach weiter!

Also, ich bin Hikari. Ich bin grade 18 geworden und hab schon den Schock meines Lebens verkraften müssen. Aber von vorne…
Ich lebe [oh, nein, ich LEBTE] in San Francisco in den Konzern-Anlagen der Mitsuhama. Dort arbeitet mein Vater. Eigentlich war es ganz cool da, also, es gibt viele Leute, man kann nach der Schule in Ruhe shoppen, abends schön weggehen und mit Freunden feiern, und man muss sich um nichts kümmern, weil der Konzern oder die Familie das meiste regelt. Seit man mein magisches Talent entdeckt hat, wurde ich auch dementsprechend ausgebildet, und na ja… ich dachte immer, ich würde dann später mal studieren und vielleicht auch im Konzern Lehrerin für Magie werden. Keine Ahnung. Irgendsowas. Viel lieber würde ich ja was mit dem Trid machen - endlich hautnah bei meinen Liebsten… - oh, ich glaub darum geht’s jetzt nicht. Gomen!
Es hat angefangen an einem Freitag. Es war ein ganz normaler Freitag. Vormittags war ich in der Schule. Langweilig wie immer, das einzig interessante waren die Magietheorie-Stunden. Das liegt aber nicht an dem tollen Stoff, sondern eher an unserem Sensei. Dr. Kataguchi ist sooooo niedlich! Für einen Lehrer noch ziemlich jung, aber.. oh, ich glaube, ich schweife wieder ab… Gomen!
Na ja, danach war ich dann mit Kabuki essen. Kabuki ist meine beste Freundin. Sie geht nicht mehr mit mir zur Schule, sie macht eine Ausbildung zur Sekretärin. Ihr macht’s Spaß, aber ich glaub, ich fänd das langweilig immer nur im Büro zu hocken. Allerdings lernt sie ziemlich viele wichtige Leute kennen, auch wenn sie denen nur Getränke servieren darf, aber das stell ich mir dann doch schon spannender vor. Ist es auch, sagt sie. Na ja, ich hab also mit ihr ihre Mittagspause verbracht. Wir waren in der Sushi-Bar, die nur 2 Strassen von der Schule weg ist und ich hab wie immer Sashimi gegessen. Man, ist das lecker! Teuer, aber lecker! Aber das war zu der Zeit eh noch egal, weil mein Vater auch oft da gegessen hat und ich das immer auf seine Rechnung schreiben konnte. Man, es hatte schon einen Vorteil, dass mein Daddy ganz gut verdient. Und knauserig ist er auch nie gewesen! Schweife ich wieder ab? Ach, auch egal.. ihr müsst das ja nicht lesen.
Wie gesagt, es war ein ganz normaler Tag. Schule, Essen und dann nach Hause. Weil das Wochenende vor der Tür stand, hab ich keine Hausaufgaben gemacht, sondern mir meine Lieblings Show im Trid angesehen. Über die Woche zeichne ich die immer auf und Freitags guck ich mir alle fünf Episoden zusammen an, weil ich in der Woche halt entweder noch Schule oder Training hab und danach Hausaufgaben machen muss. Wenn ich das nicht tue, dann gibt’s direkt immer Mitteilungen an meinen Vater, und in der Beziehung versteht er echt keinen Spaß… Erwachsene sind so anstrengend…
Auf jeden Fall lag ich relaxed auf meiner Couch und schaute mir gerade die Episode vom Dienstag an, als mein Dad an die Tür klopfte und sofort eintrat. Er wartet nie ab bis er hereingebeten wird, er meint, es sei sein Recht als Familienoberhaupt und Ernährer von uns allen, immer hereinkommen zu dürfen. Außerdem seien wir zu jung als dass unsere Privatsphäre gestört werden könne. Ich hab mal gesagt, es würde meine Intimsphäre verletzen, da ist er ausgerastet und meinte, eine Intimsphäre könnte ich haben, wenn ich verheiratet sei. Hab ich schon erwähnt, dass Erwachsene anstrengend sind? Ich hab meinen Dad trotzdem lieb. Meistens… Doch dazu später mehr. Im Moment interessiert nur, dass er zu mir kam und meinte, ich solle ihn begleiten. Er hat ziemlich geheimnisvoll getan, aber irgendwie sah er sehr stolz aus. Ehrlich, ich war tierisch gespannt, was er von mir wollte oder worums eigentlich ging. Also bin ich mit.
Sein Fahrer kam und hat uns zu einem der größeren Firmengebäude gebracht. Ich hab wie immer einen Besucherausweis gekriegt. Irgendwie sind die Dinger voll stylisch! Ich weiß nicht warum ich auf so was steh, aber, was soll’s? Ich mag sie halt! ist wie bei den Polizei-Serien im Trid, da haben ein paar Agenten auch immer so Ausweise und… Egal. Naja, dann ging’s mit dem Aufzug nach oben… Seeeeehr weit nach oben! Die Etage, die wir dann betraten war ja so was von luxuriös! WOW! Teure Teppiche, coole Gemälde, ein paar sahen echt alt aus. Hammer cool! Langsam war ich echt aufgeregt! Auch weil mein Vater mir auf der ganzen Fahrt immer eindringlich ins Gewissen redete, dass ich Tetsue-Sama keinesfalls enttäuschen dürfe. Keine Ahnung wen er damit meinte, den Namen hab ich nie vorher gehört, glaub ich…
Wir wurden dann von einer Sekretärin in ein Büro geführt, wo lauter Kerle in teuren aber schlichten Anzügen rumstanden, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Selbstverständlich waren auch das alles Japaner. Hab ich eigentlich erwähnt, dass ich Japanerin bin? Hm, nein, aber ich glaube, dass man sich das mittlerweile denken konnte, oder?
Naja, neben den Anzugtypen waren außerdem meine Mutter und meine zwei ältesten Brüder Isao und Sorata anwesend, denen ich kurz zugewinkt hab, worauf sie mich anstrahlten. Die arbeiten auch schon bei Mitsuhama, was genau weiß ich nicht, ich find die ganze Materie aber auch nicht so interessant. Sie arbeiten halt. Ich will lieber erst mal studieren, aber das sagte ich glaub ich schon, oder? Wie dem auch sei, aber dass Mom da war, war schon komisch. Die arbeitet eigentlich nicht, die kümmert sich um andere Dinge. Haushalt und so.
Mein Vater hat mir dann erst mal den Mann hinter dem riesigen Marmorschreibtisch vorgestellt. Alles auf Japanisch. Der Typ hieß Takara Shiniro und sah irgendwie arrogant aus. Ich hatte erst angenommen, dass das dieser Tetsue-Sama sein müsse, aber vielleicht ist Shiniro-Sama sein Stellvertreter oder so? Ist ja nicht so wichtig, ich kenn mich mit diesem ganzen Konzern-Wirr-Warr nicht aus. Shiniro-Sama hat mich freundlich angelächelt, sich höflich verbeugt und mir die beiden Männer, die ihn rechts und links flankierten vorgestellt, die Namen hab ich aber mittlerweile vergessen, man kann sich ja nicht alles merken. Mehr Namen wurden nicht genannt, die anderen Männer waren vermutlich nur Deko, oder um zu zeigen, wie wichtig Shiniro-Sama ist.
Ich hab mich ein bisschen im Büro umgesehen. Die beiden Typen hinter dem vermutlichen hohen Tier hatten die Hände vor dem Bauch gefaltet und das erste was komisch war, war dass dem einen der kleine Finger fehlte. Irgendwie war ich geschockt! Ich mein, okay, man hört ja viel über die Mafia und so, aber dass da im Konzern wer von rumläuft? Hm, vielleicht war’s aber auch nur ein Unfall, bei so was darf man ja nicht nachfragen, aber glaubt mir, es brannte mir auf der Seele!
Auf jeden Fall fingen alle an über die Philosophie von Mitsuhama, die Wichtigkeit des Konzerns und so zu reden. Meistens hat Shiniro geredet, aber auch ein paar andere. Ich hab immer brav genickt und interessiert geguckt, aber eigentlich war’s voll öde. Meine Gedanken wanderten wieder zurück zu meiner Trid-Show und ich hab mir schon mal überlegt, was ich am Abend anziehen würde, weil ich mit Kabuki ausgehen wollte. Ich hab trotzdem weiter brav genickt und gelächelt. Irgendwann hat man das einfach drauf. Und dann hab ich mich wieder beim Nicken ertappt, aber ein Wort blieb irgendwie in meinen Gedanken hängen: „YAKUZA!“ Kreisch! Alarm! Wozu hatte ich grade ja gesagt? Ich glaub, dass war der Moment, wo meine Gesichtszüge dann doch entgleist sind, und alle guckten mich ganz erwartungsvoll an. Scheiße, vielleicht sollte man doch zur Abwechslung mal zuhören. Mir blieb nichts anderes übrig, als noch mal höflich nachzufragen, wobei das höfliche wohl nicht so ganz rüberkam, es war eher ein entsetztes: „NANI???“ Man, man, man.
Zuerst hat mein Vater die Stirn gerunzelt, aber der Typ hinterm Schreibtisch bleib völlig ruhig. Er hat weiter gelächelt. Doch irgendwie… Das Lächeln erreichte seine Augen nicht so ganz. Wisst Ihr, was ich meine? Die waren eher kalt. Hm. Vielleicht hab ich mir das aber auch nur eingebildet.
Auf jeden Fall wiederholte er sein Worte: „…hoffen wir, dass Sie daran interessiert sind, ihre magische Ausbildung in einer speziellen Klasse fortzuführen, um so dem Wohle des Konzerns und UNS besser dienen zu können.“ Wow… das Wort UNS hatte er vorher nicht gesagt… da bin ich mir sicher. Auch wenn ich nicht zugehört hab. Scheiße.
Die Runzeln auf Daddys Stirn wurden noch tiefer. „Was wartest Du?“ schienen seine Augen zu sagen! „Sag endlich ja, es sei Dir eine Ehre!“
Scheiße, Leute, was hättet ihr an meiner Stelle getan? Ich hab mich glaub ich hilfesuchend umgeguckt. Ich weiß nicht, irgendwie schienen alle das gleiche sagen zu wollen, wie Daddy. Sogar meine Mutter versuchte ein eindringliches aber unauffälliges Nicken. Dabei war sie immer diejenige gewesen, die mich bei meinem Weg unterstützt hat. Das ganze kam mir mehr als komisch vor.
Ich hab dann leicht angefangen zu stottern und gesagt, dass ich ja studieren wolle und so, und dass ich noch nicht wisse, was ich später genau machen will und ich ja noch ziemlich jung sei und so was alles. Der Typ hinterm Schreibtisch hat noch immer gelächelt.
„Unsere Abteilung könnte Ihnen die beste Ausbildung bieten! Eine, die Sie selbst an den Thaumaturgischen Universitäten nicht besser erhalten könnten. Und wenn sie sich gleichzeitig schon an kleinere praktische Arbeiten wagen, wird Ihnen selbst ihre Ausbildung vergütet, und sie wollen doch nicht, dass ihr Vater Ihnen alles finanzieren muss, oder? Schließlich sind Sie jetzt erwachsen!“
Drek, ich wusste nicht, was ich sagen sollte, und das will bei mir schon was heißen. Ich hab dann mal gefragt, worums denn so genau geht. Und was dann kam… holla… ich glaub, sie haben mir nicht mal alles gesagt, aber es hat echt gereicht. Okay, wirklich GESAGT haben sie nichts. Aber mit der Zeit, in der ich immer hektisch durch den Raum geguckt hab, fiel mir auf, dass die Typen alle den gleichen Ring anhatten wie mein Dad und meine Brüder… Dachte bis zu dem Zeitpunkt, dass wäre eine Art Familiensiegel von uns… Aber diese 3 Typen gehörten definitiv NICHT zu meiner Familie! Bin ich manchmal zu naiv? Hat ganz den Anschein, hm? Aber weiter im Text.
Ein Kerl, der ziemlich weit hinten in einer Ecke stand, hat mich permanent angestarrt und ein kurzer Blick in den Astral-Raum hat meine Ahnung bestätigt: Der Typ war definitiv ein Erwachter und fleißig dabei, meine Aura zu analysieren. Drek, aber das war glaub ich nicht mal nötig, auf meinem Gesicht muss die Nervosität in riesigen Neonlettern gestanden haben. Als er mitbekommen hat, dass ich ihn ansehe und nun auch wusste, dass ich mir darüber im klaren war, was er da tat, hat er mich ziemlich unverschämt angegrinst. Ich wollte nur noch raus aus dem Laden…
Mein Dad wurde langsam echt sauer. „Yuriko, [das ist übrigens mein echter Name, nur damit Ihr auch wisst, das ich gemeint bin, wenn von Yuriko die Rede ist.] was gibt es da zu überlegen! Ein besseres Angebot wirst Du niemals bekommen!“ Er hat nicht geschrieen oder so, aber der Nachdruck in seiner Stimme war unverkennbar. Es gibt so eine Art ungeschriebenes Gesetz bei uns in der Familie: Keiner wiederspricht dem Familienoberhaupt. Also, was blieb mir anderes übrig? Ich hab versucht zu lächeln, hab mich kurz in Richtung meines Vaters verbeugt und vor Shiniro und dann, na ja… hab ich gesagt, dass ich das Angebot richtig toll fände und es auch gern annehmen würde und dass das Schuljahr ja auch bald zuende wäre und dass ich das aber gerne fertig machen wolle.
Ein Blick zu meiner Mom hat mir gezeigt, dass das auch nicht die richtige Antwort war. Sie hat die Augen zusammen gekniffen und fast unmerklich den Kopf geschüttelt. Wenn sie den Blick drauf hat, ist es eigentlich besser, sie ein par Stunden in Ruhe zu lassen. Drek!
„Über Ihre Schule machen sie sich mal keine Gedanken, werte Yuriko!“ meinte Shiniro und hat schon wieder so komisch gelächelt. „Ab Montag werden Sie unsere Klassen besuchen, und schnell merken, dass es auch für Sie selbst nur von Vorteil ist. Es ist bereits alles arrangiert.“
Ich hab nichts weiter als ein gezwungenes „Oh, vielen Dank!“ rausgekriegt. Gott war mir schlecht. Richtig übel. Ich hätte am liebsten mitten auf den teuren Teppich gekotzt. Schlimmer wurde es noch, als ich gesehen hab, wie glücklich meine Brüder aussahen, die mich breit angelächelt haben, und die schon fast wieder geglätteten Runzeln auf Daddys Stirn. Meine Mom umarmte mich kurz und Isao meinte: „Willkommen in unserer großen Familie!“
Dann gab’s noch Schampus, ich glaub sogar echten… Aber mir hat’s nicht wirklich geschmeckt… Mir war immer noch speiübel. Ich konnte es einfach nicht fassen, meine Familie.. Mein Vater, mein lieber Vater und meine liebsten Brüder… Sie sollten was mit den Yakuza zu tun haben, und meine Mutter wusste von alledem? Beinahe unvorstellbar…
Beim Verabschieden hat Shiniro-Sama wieder dieses kalte Lächeln aufgesetzt. Gott ist mir der Typ unsympathisch. Wenn man sich seine Augen wegdenkt, sieht er echt nett aus. Also, für sein Alter. Außerdem muss man vergessen was er so sagt. Ach, vergesst es. Ich hab echt Knoten im Kopf im Moment. Dann ging’s auf jeden Fall mit Mom und Dad nach Hause; Sorata und Isao mussten wohl noch arbeiten.
Im Auto waren alle ziemlich still. Vielleicht auch wegen dem Fahrer, keine Ahnung. Kaum in unserer Wohnung angekommen, fing mein Vater an zu meckern: Das wäre ihm ja so peinlich gewesen, dass seine Tochter, die die Ehre hat, in das tiefste Innere der Firma einzudringen, sich dermaßen unpassend verhält. Und er hätte mich ja so gebeten niemanden zu enttäuschen und er müsse das jetzt alles irgendwie wieder geradebiegen, und er hoffte einfach, dass man ihm vergeben würde, weil seine Tochter ja so jung und dumm sei. Das tat schon weh, aber ich hab mich entschuldigt und gesagt, ich wäre so überwältigt gewesen und so überrascht, dass man ausgerechnet mich ausgesucht hat, wo ich doch nicht mal die besten Noten der magischen Klasse hab. Oh man.. Immerhin hat das meinen Vater vorerst besänftigt. Er besitzt keine Magie, er sieht nicht, was in mir drin passiert, auf jeden Fall hab ich gesagt, ich will jetzt erst mal meine Trid Folgen zu Ende sehen und meine Ruhe haben, weil ja diese neue Klasse sicher viel mehr lernen erfordern würde und ich dann ja sicher noch seltener die Möglichkeit hätte mich auszuruhen. Ich glaub er wollte noch was sagen, zuckte dann aber mit den Schultern und murmelte was von „Er hätte sowieso noch zu arbeiten.“ Ich glaube, er hatte einfach Angst, dass seine Chefs denken, er hätte seine Familie nicht im Griff. Ein bisschen tat es mir leid, aber… ich war einfach zu schockiert und… na ja.. an meine Verabredung abends hab ich ihn nicht erinnert, ich hatte Angst, er würd´s mir verbieten, und der Fahrer zum Abholen war schon bestellt. Es ist immer peinlich da anzurufen und abzusagen, die wissen dann sicher ganz genau, dass man Hausarrest oder etwas in der Richtung hat. Wirklich peinlich. Ich bin 18 verdammt!
Na ja.. also hab ich mich in mein Zimmer verzogen und mich wieder meinen Trid-Folgen gewidmet… aber ich konnte mich nicht konzentrieren. Ich hab echt schiss gehabt. Okay, ich hab nicht viel Ahnung von den Yakuza, ich weiß nur, dass irgendein Typ namens Watanabe der O-Yabun der größten Vereinigung von denen in Tokyo sein soll oder so. Hin und wieder sieht man so was ja in den Nachrichten. Man, hätte ich doch mal besser zugehört. Scheiße, irgendwann rächt sich so was. Aber ich weiß doch genug über den Haufen, als dass ich da nichts mit zu tun haben will! Die Töten Menschen! [Ja, auch Metas.. nur damit sich hier niemand diskriminiert fühlt] Die erpressen ehrbare Leute, die nix getan haben und tun ihnen Dinge an, über die ich gar nicht so weiter nachdenken will. Ich wusste zwar nicht, was die ausgerechnet mit mir wollen [und das weiß ich ehrlich noch immer nicht], aber ich bin ja auch nicht so bewandert in dererlei Dingen und Unternehmungen. Aber das meine Familie da mit drin hängt? Ich wär im Leben nicht drauf gekommen! Bin ich wirklich so naiv und blind gewesen? Scheiße. Absoluter Drek! Wie sollte ich da nur wieder rauskommen?
Ich hab die ganze Zeit weiter gegrübelt und dann ist was passiert. Ob das vielleicht Schicksal war? Glaubt ihr an so was? Hm, ich schon ein bisschen. Auf jeden Fall erschien die Lösung des Problems in meinen Trid-Aufzeichnungen. Am Ende der Mittwochs-Episode waren nämlich noch Nachrichten drauf. Und es ging mal wieder um Shadowrunner. Was das ist solltet ihr wissen, man hört ja oft genug davon. Oder ihr zieht Euch mal „Shadows“ rein! Das ist eine SimSinn Show, hat aber wohl mit der Realität nicht soviel zu tun. Dachte ich. Also, egal, die in der Show kämpfen für Gerechtigkeit und so, das in den Nachrichten ist ja eher immer mit Mord und Hehlerei verbunden.
Wie dem auch sei, in den Nachrichten kam ein Bericht von Seattle. Halt, dachte ich: Seattle! Das isses. Ich würd einfach abhauen, und damit meinen Eltern zeigen, dass sie mich nicht einfach irgendwo reinschieben können, wo ich nichts mit zu tun haben will! Da würde mich auch erst mal keiner finden, ich könnte mich verstecken, und irgendwann wären meine Eltern soo glücklich mich wieder bei sich zu haben, dass sie den Mist der an dem Tag passiert war, vergessen würden.
In Seattle leben angeblich viele Runner und es gibt Tausende von Orten wo man untertauchen kann. Hab ich halt so gehört. Und wenn man sich irgendwo verstecken kann, dann da! In Seattle würde mich bestimmt keiner finden, dachte ich. Also schmiedete ich in aller Eile einen Plan, wie ich so unauffällig wie möglich hier weg käme, und es war eigentlich ganz einfach:
In ein paar Stunden wäre der Fahrer hier und würde mich nach San Francisco Downtown bringen. Dort ist nämlich das Hinai, der Club in den Kabuki und ich regelmäßig gehen. Der Türsteher – Koji – ist ein echt netter Kerl und drückt beide Augen zu, was unser Alter angeht, weil man ja erst ab 21 da rein kommt. Ich schweife schon wieder ab, sorry!!
Wenn ich also unten vor dem Haus auf den Fahrer warten würde und nicht abwartete, bis er bei uns klingelt, dann könnten auch meine Eltern nicht noch auf die Idee kommen, mir zu verbieten auszugehen. Ja, und dann… würd ich einfach… gehen und nicht wieder kommen? Eigentlich unfair seine Eltern alleine zu lassen, ging es mir mehrfach durch den Kopf… Aber was sollte ich denn tun, verdammt? War ich wirklich so blöd, dass ich nie was gemerkt hab? Drek, Drek, Drek!
Na ja.. nach langem Überlegen hab ich mich dann entschieden den Plan so durchzuführen. Erstmal raus aus dem Haus, alles andere würde sich von allein finden. Also, fast hätt ich’s dann verpennt, weil als ich das nächste mal auf die Uhr guckte warens nur noch 10 Minuten, bis der Fahrer da sein würde. Ich hatte mit der Zeit mein Trideo immer lauter gestellt, damit meine Eltern das auch hören und nicht gleich mitkriegen, dass ich weg bin, sondern denken, ich sei noch immer auf meinem Zimmer. Und selbst wenn doch jemand vorbei käme… meiner Ma würde schon einfallen, dass ich abends mit Kabuki weg wollte, und also, dass ich mich jedes Mal abmelde, ehrlich, dafür bin ich dann doch schon zu alt, oder? Aber man geht nun mal lieber auf Nummer sicher.
Na ja, auf jeden Fall hätt ich den richtigen Moment fast verpasst, so Fahrer sind ja lieber überpünktlich als zu spät. Mir blieb also nicht soviel Zeit und hab nur die wichtigsten Dinge in meinen Rucksack geschmissen. Ein paar CDs, weil’s ohne Musik nicht geht, ein Disc-Man, meinen kleinen Computer – wie sollt ich jetzt auch sonst darauf tippen, hm? – was zum anziehen, der Cred-Stick, ein Photo von der ganzen Familiy. Achso, und natürlich Oni. Oni ist mein Teddy, ich hab ihn schon seit ich klein bin. Zugegeben, er hat eigentlich gar nichts Teuflisches an sich, aber laut dem, was meine Brüder erzählt haben, muss ich als Baby tierisch Panik vor Oni gehabt haben [er ist schwarz, also, er war schwarz, jetzt ist er eher grau, weil er so oft geknuffelt wird] und na ja, darum heißt er auf jeden Fall Oni. Nein, es ist mir nicht peinlich, dass ich in meinem Alter noch einen Teddy hab. Hm.. vielleicht ein bisschen. Aber, selbst wenn ich einen Freund hätte, glaubt ihr, mein Vater würde mich Nachts mit ihm kuscheln lassen? Na also, darum Oni! Hm… stimmt nicht ganz, eigentlich mag ich ihn auch so, weil er schon immer bei mir war. Na ja ich bin halt manchmal doch sentimental. Warum fange ich eigentlich an, mich zu rechtfertigen? Das geht Euch sowieso nichts an. Oni war auf jeden Fall dabei. Punkt um!
Als ich mit Packen fertig war, hab ich einen Heimlichkeits- und einen Unsichtbarkeitszauber auf mich gesprochen und mich gaaaanz leise und vorsichtig aus dem Zimmer geschlichen. An der Tür zum Arbeitszimmer meines Vaters bin ich noch einen Moment stehen geblieben. Es war schon traurig.. immerhin ist er mein Vater und ich hab ihn lieb. Für einen kurzen Moment zweifelte ich dann wirklich daran, das ganze durchzuziehen und hab es tatsächlich in Erwägung gezogen, dieses „Job-Angebot“ anzunehmen. Wer weiß.. mein Dad arbeitet ja auch ganz normal.. vielleicht wäre es ja gar nicht so schlimm, wie ich es mir vorstellte und womöglich sah ich das alles nur so übertrieben, weil ich zuviel Trid gucke…
Wie dem auch sei.. es tat mir leid, sie alle so alleine zu lassen, aber ich hab mir gesagt, es solle ja nur für kurze Zeit sein, damit die merken, dass sie so nicht mit mir umspringen können. Dann, wenn sie anfangen mich zu vermissen, würde ich schon wieder nach Hause kommen. Würdet Ihr Euch so herum kommandieren lassen? Nee, oder?
Ich hab mich also rausgeschlichen, die Zauber fallen gelassen und auf den Wagen gewartet, der auch bereits nach wenigen Sekunden kam – ich sag ja, ich hätte es fast verpennt – und mich nach Downtown brachte. Vor dem Hinai ließ ich mich wie immer absetzen und hab kurz Koji – hab ich schon erwähnt, dass das der Türsteher ist? Er ist voll knuffelig und… ach Ihr wisst schon - begrüßt, der mir mitteilte, dass Kabuki noch nicht da sei. Ich war schon ein bisschen erleichtert darüber und hab ihn gebeten, ihr zu sagen, dass ich heute nicht kommen würde, weil ich etwas anderes zu hätte; sie wüsste dann schon was.
Tja und dann… wurde kurzerhand mein Konto geplündert, ich hab mir ne Fahrkarte für den Zug nach Seattle besorgt und los gings.

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Eine Reaktion zu “Hikaris Dairy / Pt.1”

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    […] Hikaris Dairy / Pt.1 Eine Shadowrun-Geschichte. Bzw., Background und Startup des ersten Runs meines Shadowrun-Charakters in Form ihres Tagebuchs. Wird wohl nie fertig werden, da diese SR-Runde leider nicht mehr existiert, aber da ich noch Notizen von gut 10 Runs hier rumfliegen habe, wird das Tagebuch früher oder spter weitergehen. Hikaris Dairy / Pt.2 Hikaris Dairy / Pt.3 […]

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