Der brennende Mann – Tad Williams

Der brennende Mann CoverEine Fortsetzung zum Drachenbeinthron? Muss ich haben! Es entpuppte sich jedoch nicht als Fortsetzung, sondern als etwa fünfhundert Jahre zuvor handelndes Prequel, ohne direkten Bezug zur Osten-Ard Quadrologie, abgesehen vom Handlungsort, dem Hochhorst, und einigen wenigen auftauchenden Charakteren. Trotzdem hat mir der „brennende Mann“ unheimlich gut gefallen!

Die Kurzgeschichte wird erzäht von Breda, der Tochter eines ehemaligen erkynländischen Fischerkönigs, die nach der Hochzeit ihrer verwitweten Mutter mt einem verstoßenen Edelmann aus Naban, Lord Sulis, die verlassene Festung des Hochhorsts bezieht. Anfangs fürchtet Breda noch die Geschichten, die sich um den Drachen, der unter der einst von Sithi erbauten Burg hausen soll, und die vielen Geister ranken. Doch schon bald ist der Hochhorst ihr Zuhause.

Nach dem Tod ihrer Mutter zieht sich ihr Stiefvater immer mehr aus allen weltlichen Dingen zurück und Breda findet Trost in ihrer heimlichen hingebungsvollen Liebe zu einem Soldaten aus Sulis‘ Nabbanai Gefolgschaft. Aus Sorge um Lord Sulis fängt Breda jedoch an, ihrem Vater nachzuspionieren, und entdeckt in den Kerkern der Burg die Waldhexe Valada, die aber weder ihr noch ihrem Vater die Antworten geben zu können scheint, die er sucht. Doch eines Nachts leitet die Hexe Sulis in die Tiefen unter dem Hochhorst und weist ihm den Weg auf die Straße der Träume, damit der verzweifelte Lord die Sithi befragen kann. Breda, die den Heimlichen sowohl aus Angst um ihrem Vater, als auch aus Sorge um ihren Liebsten folgt, sieht in dieser Nacht in den Flammen des Holzes eines unheilvollen toten Baumes den brennenden Mann. Und muss einen ihrer Liebsten dort unten zurücklassen…

Tad Williams schafft es in dieser Geschichte wieder meisterhaft, mich binnen kürzester Zeit zu fesseln. Es dauert zwar fast bis zum Ende ehe man begreift, worum es geht und doch ist die Schilderung der Erinnerungen der alten Breda unglaublich mitreißend. Schade, dass „die Waldhexe“ hier einen neuen Namen bekam. Und doch wird sie für jeden, der „Das Geheimnis der großen Schwerster“ gelesen hat unverkennbar. Auch der Sturmkönig findet Erwähnung, jedoch wird zu keinster Zeit an den Tiefen der Drachenbeinthron Mysterien gerüttelt. „Der brennende Mann“ ist eine komplett eigenständige Geschichte, die zufällig am gleichen Ort spielt. Und mal ehrlich? Wen würden nicht noch hunderte dieser Geschichten interessieren, die sich den Jahrtausenden abgespielt haben müssen, die der Hochhorst mit seinem Engelsturm besteht?
Ich von meiner Seite aus kann nur sagen: Mehr davon!

Mein Fazit:
Egal ob man „Osten Ard“ gelesen hat oder nicht, „Der brennende Mann“ ist eine fesselnde Kurzgeschichte, traurig und melancholisch, düster und geheimnisvoll, voller Fragen und wenig befriedigender Antworten, die den Leser in die wohl faszinierendste aller je geschaffenen Festungen entführt. Uneingeschränk empfehlenswert!

Der brennende Mann Hörbuch Cover Aus dem Hörverlag kommt das passende, qualitativ wie immer hochwertige Hörbuch, gelesen von Regina Lemnitz, der deutschen Synchronstimme von Whoopi Goldberg, dass in 150 Minuten die gesamte Geschichte als komplette Lesung wiedergibt.
Die Stimme passt unglaublich gut zu der düsteren und schwermütigen Geschichte und lässt den Hörer das Geheimnisvolle förmlich spüren. Im Vergleich zum Buch kam mir die Lesung beinahe länger vor und war so spannend, dass ich nicht wie üblich über das Zuhören eingeschlafen bin, sondern wie gebannt bis zum Schluss zugehört habe.
Das Hörbuch umfasst 2 CDs und ist gerade z.B. bei Amazon für Centbeträge zu erwerben 😉

5 Responses to Der brennende Mann – Tad Williams

  1. Shir0gane sagt:

    wow, also doch so gut?
    *haben muss*
    Tad Williams halt…

    die Waldhexe Valada? ist das jene Waldhexe, von der ich denke, dass sie es ist? oO

    und jaaaaaaa, bitte, immer mehr davon! mehr und mehr und mehr!

  2. Mi sagt:

    Geloe *nick* ♥

  3. Shir0gane sagt:

    c-cool! :3

    (himmel, man wusste ja, dass sie alt ist… aber SO alt… oO)

  4. Mi sagt:

    Ich musste bei der ersten Erwähnung schon an sie denken ^^ Und als dann auch noch betont wurde, dass besonders ihre Arme angekettet worden sind… Als sie ihren Namen nannte war ich richtig traurig 😀 Wobei sie sagte, dass sie ihren richtigen Namen niemandem verraten würde… und am Ende.. *hach* aber egal 😀
    Ich mach mal Post für Dich fertig 😉

  5. Mi sagt:

    Btw, Du liest doch auch gerade den Drachenbeinthron wieder, oder? Ich habe ein winziges Detail entdeckt, welches zwar auch nicht GENAU verrät wie alt Geloe ist, aber zumindest die Dimension noch weiter ausdehnt.. und man erfäht auch WAS sie ist, das ist mir früher immer entgangen… 😀

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