Probloggerworld.de möchte wissen, wie wir denn alle zum Bloggen gekommen sind. Und da ich gerade nichts besseres vor habe, schließ ich mich dem Projekt an und frage mich selbst: Was hat mich dazu gebracht, ein Blog aufzumachen:
Erstmal ist dieser Blog ja noch sehr neu. Ich weiß nicht, ob ich genug Durchhaltevermögen besitze, ihn über Jahre hinweg bestehen zu lassen und immer weiter zu aktualisieren. Trotzdem kann ich bereits jetzt am Anfang sagen: Bloggen macht mir Spaß. Es macht mir Spaß, weil ich für mein Leben gern schreibe. Geschichten, Artikel, Unsinn, meine Gedanken.
Seit ich schreiben kann, schreibe ich auch: Früher heimlich für mich in ein rosa Tagebuch [welches ich irgendwann im Alter von etwa 14 Jahren wiederentdeckte, und es so peinlich fand, dass ich es weggeworfen habe
], später nur noch “Lose-Blatt-Sammlungen”, auf denen ich unregelmässig alles festgehalten habe, was mich beschäftigt hat, zwischendurch immer wieder kurze Geschichten, und dann, als ich etwa 1997 den PC für mich entdeckte, habe ich die Kugelschreiber auf Seite gelegt und zu tippen begonnen.
Anfangs bedeutete das nichts anderes als eine Arbeitserleichterung: Keine Tintenflecken mehr auf den Händen, kein lästiges Suchen mehr nach irgendwelchen älteren Texten, alles wurde sorgfältig in Dateien aufbewahrt. Doch dann kam das Internet auch zu mir, und 1998 habe ich meine Homepage eröffnet. Ich sage absichtlich nicht “meine erste”, da das heutige Corner nichts anderes ist, als “Erins Homepage” von vor 9 Jahren. Natürlich wurde sie mehrfach erweitert, umdesignt, wechselte die Domain, aber alles in allem hat sich im Vergleich zu damals nicht viel geändert.
Auf jeden Fall begann sich wegen der HP meine Art des Schreibens zu ändern. Ich schrieb nicht nur noch für mich, sondern auch für andere. Es waren zwar keine Tagebuch-Texte mehr, alles was veröffentlicht wurde stand unter dem Thema “Final Fantasy”, aber plötzlich hatte ich Leser! Anfangs zugegeben nicht viele, aber mit den Jahren wurden es mehr, es gab StammLeser, die meine Seite regelmässig besuchten, die irgendwann ein Forum forderten, wodurch ich dann in wirklichen Kontakt zu den Leuten kam, die das lasen, was ich geschrieben hatte.
Was soll ich sagen? Es war toll andere Menschen kennenzulernen, die das gleiche Hobby haben, wie man selbst. Sich mit anderen auszutauschen, zu diskutieren, zu streiten, neues zu lernen oder auch manchmal etwas besser zu wissen… Ich habe es genossen und genieße es noch heute. Allerdings hat sich meine Motivation mit den Jahren doch sehr verändert. Das was als FF-Homepage begann verlor mit der Zeit seinen Reiz, das Forum mit seiner breiteren Themenpalette und seinem direkten Kontakt zu anderen war um Längen interessanter. Dort bildeten sich intensive Freundschaften, die sich auch ins “Real Life” übertrugen. Zwei Jahre intensiver Foren-Zeit zogen ins Land, irgendwann war jedes Thema besprochen, jede Frage geklärt. Stamm-User gingen, neue kamen. Doch alles in allem war es einfach nicht mehr das Selbe. Die neuen Final-Fantasy-Teile schafften es auch nicht mehr in gleichem Maße zu faszinieren wie die Alten, und irgendwann sah ich mich um und stellte fest, das das ganze Projekt irgendwie tot war. Natürlich hat es für mich noch immer große Bedeutung, und niemals würde ich es übers Herz bringen es zu löschen, aber ich habe entschieden, dass es nicht mehr der Hauptbestandteil meiner Online-Arbeit sein soll.
“Wie also soll es weiter gehen?”, habe ich mich gefragt. Das Corner soll bestehen bleiben, so wie es ist, vielleicht sogar weiterhin aktualisiert werden, wenn ich Lust und Zeit habe. Das Forum zu schließen… ich habe oft daran gedacht, aber ich glaube, man würde mich steinigen.
Und es aus der Hand geben möchte ich dann doch nicht. Also lasse ich es weiter existieren, solange es noch Leute gibt, die sich darin tummeln und treffen, auch wenn ich mich selbst doch überwiegend daraus zurückgezogen habe.
Aber ich glaube jeder, der sich selbst irgendwo halbwegs öffentlich einmal präsentiert hat, weiß wie schwer es ist, wieder zum “Vorher” zurückzukehren. Nur noch für sich selbst zu schreiben. Überhaupt kein Feedback zu erhalten, seine Meinung nur mit sich selbst zu teilen. Habe ich etwa Freude am Exibitionismus gefunden? Brauche ich den Widerspruch? Bin ich süchtig nach Zuspruch? Ich kann es nicht beantworten, vielleicht ist es von Allem etwas. Sehr wahrscheinlich sogar.
In jedem Fall hat mir das Schreiben immer geholfen, meine Gedanken zu ordnen und ein bisschen Ruhe in meinen überaktiven Kopf zu bekommen. Es war eine Art Selbst-Therapie, egal ob ich Tagebuch geschrieben habe, eine Geschichte, ein furchtbares Gedicht [wer sich in meinen Block verirrt: ich kann allen nur von der Lyrik Kategorie abraten!], oder ob ich eine Lösungstabelle für ein Spiel erstellt habe; alles half, meine Gedanken auf etwas zu fokussieren und dabei gleichzeitig zu entspannen. Und als ich dann die HP ad acta legte, stellte ich fest, dass ich immer weniger und weniger schrieb. Wofür auch, es “kontrollierte” ja niemand mehr, es gab keinen Adressat.
Diese Feststellung war der Auslöser mich eingehender mit “Blogs” zu beschäftigen, denen ich eigentlich immer eher skeptisch gegenüberstand, da ich nur die “Jammer-Communities” kannte, in denen Person A schildert wie schwer er/sie es doch gerade hat, und B, C und D sofort zum Trösten angerannt kamen und umgekehrt.
Doch mit der Zeit entdeckte ich immer mehr “ernstzunehmende” Blogs. Tagebücher anderer Leute, deren Gedanken manchmal gut nachvollziehbar waren, mir hin und wieder selbst Denkanstöße präsentierten oder mich einfach nur zum Schmunzeln brachten. Politblogs, die mir halfen, mich wieder mit den mir so verhassten Nachrichten zu beschäftigen, Design-Blogs in denen ich Hilfe und Anregungen für CSS oder HTML Probleme finden konnte… Kurz, ich entdeckte ein unendliches Spektrum an Blogs, die mehr sein wollten und waren als schlichte Jammer-Tagebücher.
Nach und nach vergaß ich meine Abneigung, las mich immer regelmässiger durch die Blogosphäre, und entschied schließlich, dass dies meine Möglichkeit war, meine Homepage weiter zu führen, ohne sie weiter auf Final Fantasy festgelegt zu wissen. Es war meine Möglichkeit all das zu schreiben, was ich schon immer geschrieben habe [vielleicht etwas zurückhaltender als ein persönliches Tagebuch, da ich nun wirklich nicht meine gesamte Intimsphäre offenlegen möchte], und mich dabei trotzdem nicht ungelesen zu fühlen. Denn obwohl ich weder auf meiner HP, noch im Forum, noch meinen icq-Kontakten oder anderen Freunden erzählt habe, dass dieser Blog nun existiert… besteht eben einfach die Möglichkeit, dass es jemand liest. Dass sich vielleicht jemand findet, dem es gerade genauso geht wie mir. Dass ich jemanden zum Lachen bringen kann, jemandem eine meiner Geschichten gefällt, oder mich vielleicht auch jemand darauf hinweist, dass ich z.Z. einen riesigen Müllberg in meinem Kopf herumtrage.
So kam ich also zu diesem Blog und zum Bloggen. Vermutlich werden viele diese Geschichte für zu lang befinden, zu weit ausgeholt, zu wenig Blog-Nah. Aber so ist meine Geschichte und so bin ich.
Just Mi.
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Sorry, ich habe die Linkbezeichnung jetzt richtig gemacht
Gruß, Manuel
PS: Musste den TB halt noch manuell anpassen, damits auch hier die .COM ist.
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[...] Wie bin ich zum Bloggen gekommen? bloggen… Warum das Ganze Wie bist du zum Bloggen gekommen? Bloggen – wieso, weshalb, warum? So bin ich zum Bloggen gekommen Ich war jung nur Geld gab es keins! Wie ich zum bloggen gekommen [...]
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Hi..
gerade Dein Blog ein bißchen quergelesen. Gefällt mir sehr gut, schon beim "überfliegen" einiges Witzige, Interessante sowie gute Links gefunden. Danke dafür..
gut nacht
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[...] zum Thema “Wieso blogge ich”. Dort habe ich mich bereits ziemlich ausfühlich zum wieso, weshalb, warum geuert, wehalb ich dazu nur nochmal zusammenfassend sagen mchte: Ich blogge für mich, weil [...]
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