Wie ich schon sagte, die letzten Tage waren etwas hektisch und ich kam nicht dazu, all die Dinge loszuwerden, die ich gern losgeworden wäre. Und auch wenn das Thema, welches hier seinen Anfang nahm, nun sicher schon durch ist, möchte ich dennoch nachträglich auch etwas dazu sagen, so wie z.B. sie, sie, sie, sie und sie.
Kurz nachdem ich mit dem Bloggen begonnen hatte, gab es eine Blogparade zum Thema “Wieso blogge ich”. Dort habe ich mich bereits ziemlich ausführlich zum wieso, weshalb, warum geäußert, weshalb ich dazu nur nochmal zusammenfassend sagen möchte: Ich blogge für mich, weil ich gern schreibe. Geschrieben habe ich schon immer. Aber durch das Internet und das Wissen, dass es gelesen werden könnte, bin ich motivierter, als tatsächlich nur offline auf einem Blatt Papier zu schreiben.
Nach Simons Geburt habe ich mir erneut Gedanken um das Thema gemacht, da ich nun außer über ihn kaum noch ein anderes Thema gefunden habe und befürchtete, dass dadurch alles ganz langweilig werden könnte, weil ich ausser dem Mama-Alltag nichts mehr erlebt habe. Doch kam ich bereits hier zu dem Schluss, dass es mir egal sein kann, ob es jemanden interessiert oder nicht, dass ich einfach für mich weiterschreiben möchte. Außerdem könnte es später sehr interessant werden, wenn man nochmal nachlesen kann, wie das anfangs alles war, mit Simon.
Zur Zeit geht es ja aber eher darum, wie man sich fühlen kann, als Blogger, wie man sich verhält, was von einem erwartet wird und was andere über einen denken.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Nicht-Blogger Blogger für Selbstdarsteller halten. Selbst als ich einer Tante gegenüber erwähnte, dass ich blogge wurde abfällig eine Augenbraue gehoben und mit abwertendem Unterton gesagt “Sowas machst Du? Das hast Du doch nicht nötig!” …
Aber auch ich habe wie gesagt anfangs so gedacht, als ich nur Blog-Communitys kannte, die anscheinend von Kiddies bevölkert waren. Dass ich eines besseren belehrt wurde, muss ich ja nicht nochmal erwähnen, von daher ist es mir auch mittlerweile völlig egal, was die Nicht-Blogger von den Bloggern halten.
Doch was halten die Blogger voneinander? – Ich habe schon manchesmal sehr stark das Gefühl, dass sich da einige für was besseres halten. Nein, ich könnte und wollte jetzt niemanden benennen, aber bei so manchen Blogs, auf die man trifft, schwingt so etwas mit… Und das verursacht – ja auch bei mir – schon Verunsicherung. Meine Schlussfolgerung ist jedoch, dass man “da” dann halt nicht mehr lesen geht, fertig aus. Wer holt sich schon gern freiwillig jemanden vor die Nase, der einem die Minderwertigkeitskomplexe beständig hält?
Doch selbst bei den eigentlich eher “kuschligen” Mama-Blogs scheint bei einigen Kommentaren manchmal etwas abfälliges mitzuschwingen, wenn jemand von seinen Problemen berichtet hat. Manche vermitteln tatsächlich den Eindruck, mit einem Kind sei alles tutti, es sei tatsächlich das großte Glück auf Erden, und wenn man sich manchmal nicht so glücklich fühlt… tja, dann ist man halt eine schlechte Mutter bzw. ein schlechtes Elter [allerdings findet man imho dieses Bild in den Eltern-Foren noch deutlicher].
Und wenn jemand solche Kommentare abbekommt, ja, dann kann ich verstehen, dass sich jemand ausgeschlossen fühlt. Einige mögen sagen: “Das ist dann Dein Problem, schaff Dir ein stärkeres Ego an.” Aber das hat halt nicht jeder. Ich für meinen Teil weiß, dass ich extrem übersensibel bin, und auch gerne im RL, wenn zwei sich leise lachend unterhalten, denke, dass sie über mich lachen. Wieso sollte es online anders sein?
Klar, man sollte darüber stehen. Und eigentlich tue ich das auch. Aber manchesmal… da kommen doch bei jedem mal die Zweifel auf, oder?
Was die häufig angesprochene Blog-Hierarchie angeht… darauf kann ich nur schei**n. S.o.. Wer meint etwas Besseres zu sein, soll das ruhig meinen. Vielleicht findet er jemanden der ihm zustimmt. Ich hebe eigentlich niemanden über andere. Vielleicht die, die einfach super schreiben können. Aber nur deshalb sind “die” doch keine besseren Menschen! Aber wenn jemand das raushängen lässt.. dann kann er meinetwegen noch so gut schreiben. überhebliches Geschreibsel ist nämlich meistens uninteressant, kann es noch so treffend sein. Doch die, dies einfach drauf haben und sich nichts drauf einbilden… die würde ich zwar an keine Hierarchiespitze setzen [einfach weil ich Hierarchien schon immer doof fand], aber… nunja, die habens halt einfach drauf und ihre Leser sicher zurecht!
Wer sich wegen sowas minderwertig fühlt… tut mir leid, aber dem ist bei aller Liebe nicht mehr zu helfen. Es hat doch jeder andere Stärken und Schwächen. Klar, hatte auch ich schon das ein und andere Mal den Wunsch “So möchte ich mich auch ausdrücken können!”, aber dafür… öhm… kann ich… ganz toll Gedankenpunkte schreiben! Guckt: … ………… … …… ^^
Dann hatten wir noch das Stichwort Erwartungen: Was erwarte ich vom Bloggen? Ich persönlich? Eigentlich gar nichts. Ich freue mich, wenn es gelesen wird. Freue ich über Kommentare. Wünsche mir auch manchmal mehr davon. Natürlich, wer tut das nicht. Aber ich muss mich der Giftzwergin anschließen: Wer es erwartet, dass er kommentiert wird, nunja… unter den Druck lässt sich sicher niemand bei einem Hobby setzen. Es soll ja immer noch Spaß machen und nicht in Arbeit ausarten.
Allerdings: Wer mich kommentiert, den besuche ich zumindest in jedem Fall [vielleicht nicht sofort, man hat ja nicht immer Zeit am PC zu sitzen] und lese auch dort. Wenn es mir dort gefällt, ja, sicher, wieso dann nicht auch kommentieren?! Wenn ich dort jedoch nichts von interesse finde, muss ich mir doch nicht auf biegen und brechen etwas aus den Fingern saugen. Aber wenn etwas interessant ist, dann möchte ich dem Verfasser mit meinem Kommentar, auch wenn er vielleicht nicht viel enthält, einfach vermitteln: “Hey, ich hab Dich gelesen. Und ich habe es zuende gelesen. Und das bedeutet: Es hat mir gefallen!”
Aber erwarten sollte das tatsächlich niemand.
Doch selbst wenn man soetwas nicht fordern kann… auch ich habe da einen Blog, den ich sehr sehr gern lese, wo ich schon zig Kommentare hinterlassen habe, und noch nie einen Revisit bekommen habe. Ja, das verletzte mich ein wenig, aber auch nur, weil ich mich dieser Person sehr verbunden fühle, weil sie genau wie meine beste Freundin zu sein scheint. Aber nunja. Bin ich halt nicht wie ihre.
Auch die Blogroll ist für mich kein Thema, mich schlechter zu fühlen. Klar, verlinkt werden ist super. Vielleicht erreicht man dadurch neue Leser, lernt neue Leute kennen. Aber ich verlinke prinzipiell auch nur, was ich wirklich mag. Und ich glaube, nicht die Hälfte der Blogs in meiner Rolle haben mich verlinkt. Na und? Ich werde deswegen nicht weinen und sie auch nicht rausschmeißen. Erst dann, wenn ich sie nicht mehr lese. So einfach ist das.
Weshalb ich mich trotzdem auch manchmal ausgeschlossen fühle in der ganzen Community?
Das liegt nicht an den anderen, das liegt allein an mir. Ich hab einfach das Gefühl, ich bin anders. Fühle mich ein bisschen verloren, nirgendwo so ganz zugehörig. Obwohl ich einfach nur einen Blog wollte, bin ich irgendwie [
] bei den Mama-Blogs gelandet. Und obwohl ich sie fast alle mag, die Mamas, gibt es da gerade mal zwei, von denen ich glaube, mit ihnen wirklich etwas gemeinsam zu haben. Ich bin keine “Mama”. Ich bin nur ich. Ich. Nicht Mama-Ich. Just Mi halt. Ich hasse Hausputz, kann nicht kochen, tausche keine Backrezepte, dekoriere unsere Wohnung nicht weihnachtlich und bringe auch keinen Salat mit zu einer Party. Und wenn man sich mal so “umliest” bin ich damit halt irgendwie keine “vollwertige” Mama.
Aber zu den Gamer-Blogs traue ich mich z.B. auch nicht mehr, weil ich dafür “zuviel” Mama bin. Bei den Kreativen hab ich nichts mehr verloren, weil ich dafür keine Zeit mehr habe, udn eh total blockiert bin. Usw., usw… aber an diesem Gefühl kann niemand etwas ändern, außer mir selbst.
Und nun hab ich mich wieder in Rage getippt, weiß nicht mehr, ob ich gesagt habe, was ich sagen wollte, obs nachvollziehbar ist und… überhaupt… Es ist mal wieder wirr und viel zu lang -.- [das Wünsche ich mir am meisten: Auf den Punkt kommen zu können!] Zusammenfassend: Niemand hat einen Grund sich ausgeschlossen zu fühlen. Jeder Blog hat seine Berechtigung, niemand ist ein besserer oder schlechterer Mensch. Wer andere wegen dem, was sie schreiben runtermacht hat einfach den Schuss nicht gehört, und gehört wahrlich an keine gefühlte Blogger-Hirarchie-Spitze.
So und nun muss ich damit schließen, weil der kleine Mann sonst dem großen Mann die Finger ablutscht, vor lauter Hunger.
Das hast Du wirklich gut ausgedrückt! Dem mchte ich mich anschlieen.
(Aber ich glaube, dieses "richtige Mama" gibts eigentlich nicht. Die tun nur alle so, dabei sind sie alle auf ihre Art "anders". Allerdings sehe ich persnlich jedenfalls keinen Grund, auch "so zu tu als ob".)
Ich habe mich als "Blog-Neuling" quer durch die verschiedenen Beitrge zu diesem Thema gelesen und finde es sehr spannend, wie unterschiedlich die Einstellungen sind. Bei deinem Beitrag habe ich einfach nur immer wieder nicken knnen. Ich kann dich so gut verstehen! Auch ich bin nirgends richtig zugehrig, lasse mich einfach nicht in eine Schublade stecken… Aber eigentlich ist das doch auch schn. Denn: wer deinen Blog liest, der interessiert sich wirklich nur für DICH und nicht für einen Schubladeninhalt. Das ist doch ein schnes Kompliment. Ich lese jedenfalls schon lange sehr gerne bei dir!
Du bist ne Pfeife, Erin…
Du als intelligente Frau müsstest doch wissen, dass dich Begeisterung fürs Kochen, Backen und Putzen wohl kaum zu einer "vollwertigen" Mutter machen würde.. h ne. So ein Schmarn…
Und du weisst, dass Mutterqualitten ganz ganz ganz andere sind und falls du es vergessen hast, mchte ich dich hiermit noch mal daran erinnern
Und falls es dir nicht klar sein sollte, du BIST eine vollwertige Mutter – tze! ^^
*knuff*
da gibt es eigentlich kaum etwas hinzuzufügen. sehr gut argumentiert und dargelegt.
es gibt immer welche, die meinen, sie wren besser, knnen was besser, wren perfekter usw. usw.
und? was solls. ob sie es sind oder nicht, wen interessiert das denn? hauptsache man wei wer man ist und was man kann. darauf kommt es doch letztendlich an.
genau genommen ist doch niemand perfekt. alle, die glauben sie sind oder wren was besseres haben ebenso ihre schlechten oder dunklen ecken und kanten… sie spielen aber lieber nur das positive vor, weil die dinge passen dann ja nicht ins schema.
welche mama, papa, welche eltern allgemein sind schon "perfekt"? niemand kann von sich behaupten, alles richtig gemacht zu haben. lustiger finde ich immer die kinderlosen, die glauben, sie haben weisheiten mit lffeln gemampft und so versuchen, eltern vorschriften zu machen…
Ich würde das jetzt sofort unterschreiben
!
(zu dem Mama sein: Niemand ist NUR Mama…jeder hat seine anderen Seiten, auch wenn manche sie erfolgreich unterdrücken. Aber man sollte auch niemals nur Mama sein, weil man dann seine Persnlichkeit aufgibt…damit wre man meiner Meinugn nach ein schlechtes Vorbild
)!
Ich glaub, ich hab mich da an einer Stelle etwas unglücklich ausgedrückkt. Ich wollte nicht sagen, dass man nur eine vollwertige Mama ist, wenn man die aufgezhlten DInge tut, genausowenig wie ich im Umkrhrschluss sagen wollte, dass, wer etwas davon tut, nur noch "Mama" ist ohne noch andere Dinge im Kopf zu haben.
@Nuschka – Dankeschn! Das freut mich!
@agi .. naaaaaiiiin!
@Wortman… und mal ehrlich… perfekt ist doch auch langweilig, oder?